Blattläuse bekämpfen durch Chemie




Blattläuse sind im Garten meist weniger ein Problem, denn die natürlichen Feinde der Blattläuse wie Insekten oder Vögel stürzen sich mit Vorliebe auf die Schädlinge. Besonders der Marienkäfer und die Marienkäferlarven fressen Unmengen der Blattläuse und zählen somit zu den bekanntesten Nützlingen. Mit fortschreitendem Sommer jedoch und bei Zimmerpflanzen, bei denen keine Nützlinge natürlich vorkommen, vermehren sich die Blattläuse schnell und können wahre Blattlauskolonien bilden.

Hausmittel haben Schwächen

Anfangs können die Blattläuse noch mit den Fingern zerdrückt oder mit einem Wasserstrahl von der Pflanze heruntergespült werden. Bei stärkerem Blattlausbefall eignen sich bewährte Hausmittel zur Bekämpfung der Blattläuse. Ein natürliches Hausmittel gegen Blattläuse ist die Seifenlösung, die großzügig auf die befallene Pflanze aufgesprüht wird. Allerdings ist das Ergebnis der Hausmittel gegen Blattläuse oft nicht optimal. Die Blattläuse werden nicht restlos bekämpft und die Seifenlösung hinterlässt unschöne Flecken auf den Blättern.

Chemie bekämpft Blattläuse zuverlässig

Besser wirken chemische Mittel gegen Blattläuse und Schädlinge. Diese chemischen Schädlingsbekämpfungsmittel wirken systemisch, das heißt die Wirkstoffe werden von der Pflanze aufgenommen und überall verteilt, sodass auch versteckt sitzende Blattläuse das Gift aufnehmen und sterben. Der Schutz gegen Blattläuse und andere Schädlinge hält dabei meist mehrere Tage bis Wochen an. In dieser Zeit sind die Pflanzen auch gegen neuen Befall durch Blattläuse geschützt. Beim Einsatz sollten unbedingt die Herstellerangaben berücksichtigt werden, damit die Mittel richtig wirken und die Umwelt nicht unnötig belastet wird. Um nützliche Insekten wie Bienen nicht zu gefährden, sollten chemische Mittel gegen Blattläuse nicht in der Nähe blühender Pflanzen eingesetzt werden, da die Giftstoffe ansonsten auch von Bienen aufgenommen werden können.




Nachteile chemischer Mittel gegen Blattläuse

Chemische Mittel haben somit auch einen entscheidenden Nachteil. Die Chemie gegen Blattläuse stellt eine große Gefahr für Nützlinge, Vögel und Insekten dar. Zudem machen sie Gemüse und andere Nahrungsmittel für Menschen ungenießbar. Obstpflanzen, Kräuter und Gemüse sollten daher nicht mit Chemie und Gift behandelt werden, auch wenn sie von Blattläusen befallen sind. Hier sollten Hausmittel gegen Blattläuse eingesetzt werden.

Auch wenn Insektizide Blattläuse kurzfristig wirkungsvoll bekämpfen, fördern sie langfristig die Blattlauspopulation. Auf lange Sicht werden bei regelmäßigem Einsatz chemischer Mittel mehr Blattläuse im Garten und an Pflanzen vorkommen. Das liegt daran, dass die Insektizide und Chemie auch Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliege und deren Larven töten. Weil nun die natürlichen Feinde der Blattläuse fehlen, können sich die Schädlinge problemlos wieder ansiedeln und ungestört vermehren. Durch übermäßigen Einsatz chemischer Mittel kann aber auch ein indirekter Effekt auftreten: Die Insektizide töten nur die Blattläuse, woraufhin deren Feinde und Nützlinge keine Nahrung mehr finden und abwandern. In der Folge können sich die Blattläuse problemlos erneut ansiedeln, weil die Feinde fehlen.

Chemie gegen Blattläuse ist wirksam und in einigen Situationen unausweichlich. Doch gerade bei Nutzpflanzen und auf lange Sicht gesehen sollten besser Hausmittel und Nützlinge zur Bekämpfung der Blattläuse eingesetzt werden.

Kurz und knapp: Blattläuse durch Chemie und Insektizide bekämpfen

  • Hausmittel bekämpfen Blattläuse nicht zuverlässig und müssen regelmäßig angewandt werden
  • Chemie bekämpft alle Blattläuse durch systemische Wirkung
  • Herstellerangaben unbedingt berücksichtigen
  • chemische Mittel gefährden Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliege
  • Insektizide dürfen nicht an Nutzpflanzen wie Obst, Gemüse und Kräutern eingesetzt werden
  • langfristig begünstigen Insektizide und Chemie Blattläuse

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